Was Sourcing-Software wirklich spart
Acht Veröffentlichungen nennen eine Einsparung von 8 bis 15 Prozent. Keine einzige nennt, gegen welchen Preis gerechnet wurde. Wir haben nachgerechnet und legen jede Annahme offen.
Die Zahl ist zitierfähig. Überprüfbar ist sie nicht.
8 von 8
Keine der untersuchten Veröffentlichungen gibt an, gegen welchen Vergleichspreis gerechnet wurde.
Faktor 30
Die genannten Werte liegen zwischen zwei und sechzig Prozent auseinander.
0 Stichproben
Keine Veröffentlichung nennt, wie viele Projekte hinter ihrer Zahl stehen.
Die am häufigsten wiederholte Einzelangabe, acht Prozent durchschnittliche Einsparung, wird einem großen Benchmarkinghaus zugeschrieben, ohne Jahr und ohne Fundstelle. Eine gezielte Suche nach der zugrunde liegenden Veröffentlichung führte zu keinem Primärdokument. Auffindbar ist die Zuschreibung, nicht die Untersuchung.
Vier Zahlen für denselben Vorgang
Eine Verbundgruppe schreibt Arbeitshandschuhe aus. Der bisherige Rahmenvertrag hat ein Jahresvolumen von 400.000 Euro. Fünf Lieferanten bieten. Nach der Verhandlung erhält der günstigste Bieter den Zuschlag zu 372.000 Euro.
| Vergleichsbasis | Betrag | Ausgewiesene Einsparung |
|---|---|---|
| bisheriger Rahmenvertrag | 400.000 € | 7,0 % |
| Erstangebot des Zuschlagsempfängers | 440.000 € | 15,5 % |
| Mittelwert aller Angebote | 480.000 € | 22,5 % |
| teuerstes Angebot | 560.000 € | 33,6 % |
Alle vier Werte sind rechnerisch korrekt. Wirtschaftlich relevant ist nur der erste. Die 188.000 Euro Differenz zum teuersten Angebot verändern das Ergebnis nicht, weil dieser Preis zu keinem Zeitpunkt zur Zahlung angestanden hätte.
Fünf Prozent, konservativ gerechnet
Wir rechnen ohne die Branchenzahl und setzen fünf Prozent Preisreduktion auf den indirekt beschaffbaren Bedarf an, offengelegt als Annahme und unterhalb aller erfassten Angaben. Umsatzrendite und Kostenstruktur stammen aus dem KfW-Mittelstandspanel 2025, einer frei zugänglichen und anbieterunabhängigen Quelle.
| Branchengruppe | Umsatzrendite | Ergebnisverbesserung |
|---|---|---|
| Handel | 3,8 % | +21,5 % |
| Verarbeitendes Gewerbe | 5,2 % | +13,7 % |
| Baugewerbe | 8,4 % | +9,3 % |
| Mittelstand gesamt | 7,0 % | +12,6 % |
Umgekehrt gerechnet: Ein Handelsunternehmen benötigt eine Preisreduktion von 1,2 Prozent, um sein Jahresergebnis um fünf Prozent zu verbessern. Das liegt innerhalb der Schwankungsbreite eines einzelnen Angebots.
Bündelung erzeugt überhaupt erst einen Markt
Ausgeschrieben wird eine Warengruppe, nicht ein Gesamtvolumen. Rechnet man den indirekt beschaffbaren Bedarf eines Handelsunternehmens auf fünfzehn bündelbare Warengruppen, ergibt sich folgendes Bild.
| Volumen je Warengruppe und Jahr | |
|---|---|
| Ein Anschlusshaus mit 5 Mio. € Umsatz allein | rund 55.000 € |
| 20 Anschlusshäuser gemeinsam | rund 1,1 Mio. € |
| 50 Anschlusshäuser gemeinsam | rund 2,7 Mio. € |
Ein Auftrag über 55.000 Euro im Jahr rechtfertigt für keinen der Beteiligten den Aufwand eines strukturierten Verfahrens. Der Einkäufer verlängert den bestehenden Vertrag, und der Anbieter kalkuliert nachlässig oder gibt gar kein Angebot ab. Bei über einer Million Euro verhält sich derselbe Anbieter anders.
Neun Kapitel und ein Anhang, in dem alles nachzurechnen ist
Die Zahl, die alle nennen. Woher die verbreitete Spanne stammt und wohin die Quellenkette führt.
Die Vergleichsbasis als methodisches Problem. Sechs gebräuchliche Vergleichsbasen und welche davon das Ergebnis tatsächlich verändern.
Warum ein Werkzeug den Preis verändert. Vier Wirkungswege aus der Forschung zu Vergabeverfahren, dazu drei Einschränkungen, von denen zwei gegen den Einsatz sprechen.
Was davon Organisation ist und nicht Wettbewerb. Warum die Abdeckung der wichtigere Hebel ist als der erzielte Preis.
Vom Einkaufspreis zum Gewinn. Die vollständige Rechnung über Kostenstruktur und Umsatzrendite.
Bündeln in der Verbundgruppe. Was sich bündeln lässt, was nicht, und ab wann genug Volumen zusammenkommt.
Nachweisbarkeit und Informationstrennung. Warum eine gemeinsame Plattform zwischen rechtlich selbstständigen Mitgliedern ein Informationsproblem erzeugt, und sieben Fragen, die vor der Einführung zu beantworten sind.
Ab wann es sich nicht lohnt. Break-even-Rechnung und fünf Konstellationen, in denen sich der Einsatz nicht trägt.
Was diese Untersuchung nicht zeigt. Die Grenzen, an einer Stelle zusammengefasst.
Anhang. Alle Annahmen mit ihrer Wirkung, sämtliche Rechenwege, die neun Fundstellen im Wortlaut, das Quellenverzeichnis und eine Aufstellung dessen, was verworfen wurde und warum.
49 Seiten. Kapitel 7 benennt die einschlägigen Vorschriften, ersetzt aber keine Rechtsberatung.
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In eigener Sache
Herausgeber dieser Untersuchung ist die cusoso GmbH, ein Anbieter von Software für Ausschreibungen und Vergabeverfahren. Wir verkaufen die Art von Werkzeug, deren Wirkung hier untersucht wird.
Vier Festlegungen begrenzen diesen Interessenkonflikt. Es sind keine eigenen Projekt- oder Plattformdaten eingeflossen. Jede Kennzahl stammt aus einer anbieterunabhängigen, frei zugänglichen Quelle. Die verwendete Annahme von fünf Prozent liegt unterhalb aller erfassten Branchenangaben. Und unsere eigene Angabe steht als neunter Eintrag in derselben Übersicht, in der die acht untersuchten Fundstellen stehen.
Häufige Fragen
Behaupten Sie, dass die 8 bis 15 Prozent falsch sind?
Nein. Die Untersuchung weist nicht nach, dass die Angabe unzutreffend wäre. Sie weist nach, dass sich aus den Veröffentlichungen nicht feststellen lässt, worauf sich die Angabe bezieht, und dass sie damit weder als richtig noch als falsch überprüfbar ist.
Nein. Die Untersuchung weist nicht nach, dass die Angabe unzutreffend wäre. Sie weist nach, dass sich aus den Veröffentlichungen nicht feststellen lässt, worauf sich die Angabe bezieht, und dass sie damit weder als richtig noch als falsch überprüfbar ist.
Warum rechnen Sie mit fünf Prozent?
Weil dieser Wert unterhalb aller erfassten Branchenangaben liegt und als Annahme gekennzeichnet ist. Wer ihn für falsch hält, kann die Rechnung mit anderen Werten wiederholen. Der vollständige Rechenweg steht im Anhang.
Weil dieser Wert unterhalb aller erfassten Branchenangaben liegt und als Annahme gekennzeichnet ist. Wer ihn für falsch hält, kann die Rechnung mit anderen Werten wiederholen. Der vollständige Rechenweg steht im Anhang.
Woher stammen die Kennzahlen?
Umsatzrendite und Kostenstruktur mittelständischer Unternehmen stammen aus dem KfW-Mittelstandspanel 2025. Die Forschungsgrundlage zu Vergabeverfahren besteht aus fünf begutachteten Fachaufsätzen. Alle Quellen sind frei zugänglich und im Anhang vollständig zitiert.
Umsatzrendite und Kostenstruktur mittelständischer Unternehmen stammen aus dem KfW-Mittelstandspanel 2025. Die Forschungsgrundlage zu Vergabeverfahren besteht aus fünf begutachteten Fachaufsätzen. Alle Quellen sind frei zugänglich und im Anhang vollständig zitiert.
Enthält das White Paper eigene Projektdaten von cusoso?
Nein. Es ist bewusst keine Auswertung abgeschlossener Projekte und keine Auswertung von Plattformdaten eingeflossen.
Nein. Es ist bewusst keine Auswertung abgeschlossener Projekte und keine Auswertung von Plattformdaten eingeflossen.
Beantwortet das White Paper kartellrechtliche Fragen?
Nein. Es beschreibt den wirtschaftlichen Mechanismus und benennt die einschlägigen Vorschriften mit Fundstelle. Die Beurteilung des Einzelfalls kann nur ein im Kartellrecht tätiger Rechtsanwalt vornehmen.
Nein. Es beschreibt den wirtschaftlichen Mechanismus und benennt die einschlägigen Vorschriften mit Fundstelle. Die Beurteilung des Einzelfalls kann nur ein im Kartellrecht tätiger Rechtsanwalt vornehmen.
Für wen ist das White Paper gedacht?
Für Verbundgruppen und Einkaufskooperationen, für mittelständische Unternehmen, die ihren indirekten Bedarf strukturierter vergeben wollen, und für Einkaufsberatungen.
Für Verbundgruppen und Einkaufskooperationen, für mittelständische Unternehmen, die ihren indirekten Bedarf strukturierter vergeben wollen, und für Einkaufsberatungen.
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen
Wenn Sie wissen möchten, wie die Rechnung für Ihre Verbundgruppe aussieht, gehen wir sie in einem Gespräch gemeinsam durch. Mit Ihrem bündelbaren Volumen und Ihrer heutigen Ausschreibungsquote statt mit unseren Annahmen.
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