Einsparungsangaben begegnen Ihnen in zwei Situationen. Einmal von außen, wenn ein Anbieter oder ein Beratungshaus beziffert, was der Einsatz eines Werkzeugs bringt. Einmal von innen, wenn die Zentrale den Mitgliedern meldet, was eine gebündelte Ausschreibung gebracht hat.
In beiden Fällen reichen dieselben drei Fragen, um die Angabe einzuordnen.
Erstens. Gegen welchen Preis wurde gerechnet, und hat dieser Preis zu irgendeinem Zeitpunkt zur Zahlung angestanden?
Zweitens. Wie viele Projekte liegen der Angabe zugrunde, und wie viele davon stammen aus einer vergleichbaren Branche und Größenklasse?
Drittens. Wurde die Angabe außerhalb des Einkaufs bestätigt, insbesondere durch das Controlling?
Mehr braucht es nicht. Die drei Fragen prüfen der Reihe nach die Vergleichsbasis, die Belastbarkeit der Datenmenge und die Unabhängigkeit der Bestätigung.
Wir haben im August 2026 neun Fundstellen erfasst, die eine Einsparungsangabe in Prozent für Sourcing-Software oder für Einkaufsoptimierung nennen. Zwei Einkaufsberatungen, vier Softwareanbieter, zwei Fachmedien und, um die Übersicht vollständig zu halten, die eigene Angabe auf unserer Startseite.
Bei keiner dieser neun Angaben lässt sich eine der drei Fragen aus der Veröffentlichung selbst beantworten.
Das ist kein Vorwurf an einzelne Häuser, sondern ein Befund über die Form, in der in dieser Branche über Einsparungen gesprochen wird. Es ist gut möglich, dass die genannten Werte in konkreten Projekten regelmäßig erreicht und intern sauber gegen den zuletzt bezahlten Preis gerechnet werden. Nur steht das nirgends.
Die praktische Anwendung ist unspektakulär. Sie stellen die drei Fragen im Gespräch und hören zu, was zurückkommt.
Eine belastbare Antwort auf die erste Frage nennt eine Basis, nicht eine Zahl. „Gegen den gültigen Rahmenvertragspreis bei gleicher Menge und gleicher Spezifikation" ist eine Antwort. „Gegen die Ausgangslage" ist keine.
Eine belastbare Antwort auf die zweite Frage nennt eine Anzahl. Wer „aus zahlreichen Projekten" sagt, hat die Frage nicht beantwortet. Und die Größenklasse ist für Verbundgruppen besonders wichtig, weil Erfahrungen aus Konzernbeschaffung sich auf ein Anschlusshaus mit fünf Millionen Euro Umsatz nicht übertragen lassen.
Bei der dritten Frage geht es nicht um Misstrauen gegenüber dem Einkauf, sondern um die Trennung von Messendem und Gemessenem. Eine Einsparung, die das Controlling in der Ergebnisrechnung wiederfindet, ist eine andere Aussage als eine, die im Einkaufsbericht steht.
Der unangenehmere Teil. Dieselben drei Fragen gelten für das, was die Zentrale ihren Mitgliedern meldet.
Frage eins entscheidet, ob Ihre Erfolgsmeldung im Abschluss der Anschlusshäuser ankommt. Frage zwei entscheidet, ob ein guter Einzelfall zu einer Quote hochgerechnet wurde. Frage drei entscheidet, ob die Zahl einer Prüfung durch den Abschlussprüfer oder den Prüfungsverband standhält.
Wer diese drei Fragen an die eigene Meldung anlegt und sie beantworten kann, hat gegenüber dem Beirat eine andere Position. Nicht weil die Zahl größer wäre. Weil sie hält.
Und es gibt einen Nebeneffekt. Eine Zentrale, die ihre eigenen Zahlen so ausweist, kann dieselbe Prüfung glaubwürdig an einen Anbieter anlegen.
Was, wenn ein Anbieter die Fragen nicht beantworten kann? Das ist kein Ausschlusskriterium. Es heißt, dass die genannte Prozentzahl aus der Wirtschaftlichkeitsrechnung herausfällt und die Entscheidung auf anderen Kriterien beruhen muss, etwa der Abbildbarkeit Ihrer Verfahren und der Teilnahmebereitschaft Ihrer Mitglieder.
Gilt das auch für cusoso? Ja, und deshalb steht unsere eigene Angabe als neunter Eintrag in derselben Übersicht. Die Untersuchung ist die Herleitung, die auf der Startseite bis dahin gefehlt hat.
Wie aufwendig ist die dritte Frage in der Praxis? Sie kostet ein Gespräch mit dem Rechnungswesen je Warengruppe, nicht mehr. Aufwendig wird es nur, wenn die Ausgangsdaten erst rekonstruiert werden müssen.
Abschnitt 2.7 der Untersuchung enthält die drei Fragen mit ihrer Begründung, Anhang A.3 die neun geprüften Fundstellen im Wortlaut, jeweils mit Angabe dessen, was zur Vergleichsbasis und zur Stichprobe gesagt wird.
→ Zum White Paper
In beiden Fällen reichen dieselben drei Fragen, um die Angabe einzuordnen.
Die drei Fragen
Erstens. Gegen welchen Preis wurde gerechnet, und hat dieser Preis zu irgendeinem Zeitpunkt zur Zahlung angestanden?
Zweitens. Wie viele Projekte liegen der Angabe zugrunde, und wie viele davon stammen aus einer vergleichbaren Branche und Größenklasse?
Drittens. Wurde die Angabe außerhalb des Einkaufs bestätigt, insbesondere durch das Controlling?
Mehr braucht es nicht. Die drei Fragen prüfen der Reihe nach die Vergleichsbasis, die Belastbarkeit der Datenmenge und die Unabhängigkeit der Bestätigung.
Was die Anwendung auf veröffentlichte Angaben ergibt
Wir haben im August 2026 neun Fundstellen erfasst, die eine Einsparungsangabe in Prozent für Sourcing-Software oder für Einkaufsoptimierung nennen. Zwei Einkaufsberatungen, vier Softwareanbieter, zwei Fachmedien und, um die Übersicht vollständig zu halten, die eigene Angabe auf unserer Startseite.
Bei keiner dieser neun Angaben lässt sich eine der drei Fragen aus der Veröffentlichung selbst beantworten.
Das ist kein Vorwurf an einzelne Häuser, sondern ein Befund über die Form, in der in dieser Branche über Einsparungen gesprochen wird. Es ist gut möglich, dass die genannten Werte in konkreten Projekten regelmäßig erreicht und intern sauber gegen den zuletzt bezahlten Preis gerechnet werden. Nur steht das nirgends.
Wie eine Zentrale die Fragen in der Anbieterauswahl einsetzt
Die praktische Anwendung ist unspektakulär. Sie stellen die drei Fragen im Gespräch und hören zu, was zurückkommt.
Eine belastbare Antwort auf die erste Frage nennt eine Basis, nicht eine Zahl. „Gegen den gültigen Rahmenvertragspreis bei gleicher Menge und gleicher Spezifikation" ist eine Antwort. „Gegen die Ausgangslage" ist keine.
Eine belastbare Antwort auf die zweite Frage nennt eine Anzahl. Wer „aus zahlreichen Projekten" sagt, hat die Frage nicht beantwortet. Und die Größenklasse ist für Verbundgruppen besonders wichtig, weil Erfahrungen aus Konzernbeschaffung sich auf ein Anschlusshaus mit fünf Millionen Euro Umsatz nicht übertragen lassen.
Bei der dritten Frage geht es nicht um Misstrauen gegenüber dem Einkauf, sondern um die Trennung von Messendem und Gemessenem. Eine Einsparung, die das Controlling in der Ergebnisrechnung wiederfindet, ist eine andere Aussage als eine, die im Einkaufsbericht steht.
Wie Sie die Fragen an die eigene Meldung anlegen
Der unangenehmere Teil. Dieselben drei Fragen gelten für das, was die Zentrale ihren Mitgliedern meldet.
Frage eins entscheidet, ob Ihre Erfolgsmeldung im Abschluss der Anschlusshäuser ankommt. Frage zwei entscheidet, ob ein guter Einzelfall zu einer Quote hochgerechnet wurde. Frage drei entscheidet, ob die Zahl einer Prüfung durch den Abschlussprüfer oder den Prüfungsverband standhält.
Wer diese drei Fragen an die eigene Meldung anlegt und sie beantworten kann, hat gegenüber dem Beirat eine andere Position. Nicht weil die Zahl größer wäre. Weil sie hält.
Und es gibt einen Nebeneffekt. Eine Zentrale, die ihre eigenen Zahlen so ausweist, kann dieselbe Prüfung glaubwürdig an einen Anbieter anlegen.
Häufige Fragen
Was, wenn ein Anbieter die Fragen nicht beantworten kann? Das ist kein Ausschlusskriterium. Es heißt, dass die genannte Prozentzahl aus der Wirtschaftlichkeitsrechnung herausfällt und die Entscheidung auf anderen Kriterien beruhen muss, etwa der Abbildbarkeit Ihrer Verfahren und der Teilnahmebereitschaft Ihrer Mitglieder.
Gilt das auch für cusoso? Ja, und deshalb steht unsere eigene Angabe als neunter Eintrag in derselben Übersicht. Die Untersuchung ist die Herleitung, die auf der Startseite bis dahin gefehlt hat.
Wie aufwendig ist die dritte Frage in der Praxis? Sie kostet ein Gespräch mit dem Rechnungswesen je Warengruppe, nicht mehr. Aufwendig wird es nur, wenn die Ausgangsdaten erst rekonstruiert werden müssen.
Der nächste Schritt
Abschnitt 2.7 der Untersuchung enthält die drei Fragen mit ihrer Begründung, Anhang A.3 die neun geprüften Fundstellen im Wortlaut, jeweils mit Angabe dessen, was zur Vergleichsbasis und zur Stichprobe gesagt wird.
→ Zum White Paper